FUJIFILM X-T2


Markteinführung September 2016 

Verfügbar bis 3. Quartal 2018 

Unverb. Preisempfehlung 1499,00 €

 

Einleitung

 

Bei der Entwicklung und Vorstellung der X-T2 hat Fujifilm hat alle Register gezogen, um die beiden wesentlichen Schwachstellen des Systems zu beheben: Autofokus und Video. Diese tragen wesentlich zum bereits sympathischen Steuerungssystem des X-T1 und der verbesserten Bildqualität des X-Pro2 bei.

 

Mit der Nikon D500, der Sony a6300 und der a6500 sieht das obere Ende des APS-C-Marktes ziemlich wettbewerbsfähig aus. Hinzu kommen die günstigen Preise einer nicht vollends ausgestatteten Vollformatkamera, dank der a7-Serie von Sony und der Pentax K-1 – und nun eben die X-T2.

 

Body und Handling 

 

Der X-T2 bietet eine umfangreiche Auswahl an direkten Einstellfunktionen, die nicht immer notwendig sind. Durch die verriegelbaren Schalter am ISO- und Verschlusszeitenschalter kann die Funktion aber auf Auto gesperrt werden, wenn man beispielsweise nur Auto-ISO verwenden und im Blendenprioritätsmodus fotografieren möchte. 

 

Die Ergänzung durch einen Autofokus-Joystick auf der Kamerarückseite ermöglicht nicht nur eine schnellere und einfachere Positionierung des Fokuspunktes der Kamera, sondern entlastet auch die anderen benutzerdefinierten Funktionstasten der Kamera. Dies ermöglicht es, die meisten der Einstellungen, die regelmäßig verändern werden sollen (bspw. DR-Modus, Filmsimulation, Auto ISO Setting, AF-Modus usw.), entsprechend zuzuweisen und sie per Joystick über das Q-Menü aufzurufen. 

 

Insgesamt ist es also ziemlich einfach, die X-T2 so einzustellen, dass sie ein engagiertes, praktisches Aufnahmevergnügen bietet, auch wenn Sie mit der Aufnahme von Kameras, denen sie ähnelt, nicht vertraut sind.

 

Leistung

 

Der Autofokus ist einer der am stärksten verbesserten Aspekte des X-T2, insbesondere im Hinblick auf den kontinuierlichen Autofokus. Die Zonen- und Tracking-Modi der Kamera liegen in den meisten Fällen über dem Niveau der Wettbewerber. 

 

Bei guten Lichtverhältnissen mit etwas etwas Übung und einigen Workarounds kann die X-T2 für ein viel breiteres Spektrum an Motiven für eine viel größere Anzahl von Fotografen eingesetzt werden, als dies bisher mit einer Kamera der X-Serie möglich war. Obwohl es wahrscheinlich nicht die erste Wahl sein wird, wenn Action-, Hochzeits- oder aktive Kinderfotografie Ihre Hauptanliegen sind, wird die Leistung der X-T2 wahrscheinlich die Bedürfnisse vieler Fotografen erfüllen oder übertreffen.

 

Die Möglichkeit, mit Autofokus bis zu acht Bildern pro Sekunde zu fotografieren, macht die X-T2 im Vergleich zu ähnlich teuren Kameras ziemlich konkurrenzfähig. Das Hinzufügen des Power Booster Grip ermöglicht die Aufnahme mit 11 Bildern pro Sekunde, erhöht aber auch den Preis.

 

Bildqualität

 

Die Bildqualität des X-T2 ist im Wesentlichen identisch mit der des X-Pro2, also sehr gut. Die RAW-Leistung entspricht den besten APS-C-Kameras, sowohl in Bezug auf Rauschen als auch auf den Dynamikbereich. Darüber hinaus ist die JPEG-Engine mit ihrer Auswahl an attraktiven Filmsimulationsmodi hervorragend, besonders wenn Sie die Rauschunterdrückung etwas reduzieren.

 

Dazu kommt ein ziemlich umfangreicher kamerainterner RAW-Konverter und eingebautes Wi-Fi, was es möglich macht, die besten Aufnahmen kurz nach der Aufnahme zu verfeinern und zu teilen. 

 

Video


Video ist der andere Bereich der signifikanten Verbesserung für den X-T2. Die Filmsimulationen der Kamera bieten einige attraktive Aufnahmen außerhalb der Kamera, insbesondere wenn der Kontrast etwas geringer ist. 

 

Der Video-Autofokus ist enttäuschend implementiert, mit unzureichender Kontrolle darüber, wann und wie schnell die Kamera neu fokussiert. Die Bereitstellung von Focus Peaking und einer Reihe von Objektiven mit linearer manueller Fokussierung macht es zumindest möglich, manuell zu fokussieren.

 

Meinung

 

Der X-T2 kommt in einer Zeit des harten Wettbewerbs an. Immer preiswertere Vollformatkameras machen es schwierig, so viel Geld für eine APS-C-Kamera auszugeben, und als Reaktion darauf sind ihre APS-C-Konkurrenten, sowohl spiegellos als auch DSLR, äußerst leistungsfähig geworden.

 

Das Unternehmen hat eine großartige Arbeit geleistet, seine Stärken erkannt und die meisten Anstrengungen auf die Bereiche mit den größten Schwächen konzentriert: Autofokus und Video. Das  trägt nur dazu bei, die Attraktivität der Kamera zu erhöhen: Sie ist eine bessere Kamera für bestehende Besitzer der X-Serie und für diejenigen

 

Nicht alles ist jedoch gut gelöst: Die volle Autofokusleistung der Kamera ist nur mit ausgewählten Objektiven bei gutem Licht verfügbar, die Glättung bei sehr hohen ISO-Werten. Die Verarbeitung der Kamera ist wirklich top, dennoch gibt es viele glatte Flächen. Aber das sind vergleichsweise kleine Nachteile einer wirklich ansprechenden, reaktionsschnellen Kamera mit ausgezeichneter Bildqualität. Selbst gegen im starken Wettbewerb schlägt sie sich außerordentlich gut.

 

Vorteile

 

+ Hervorragende Bildqualität sowohl in Roh- als auch in JPEG-Qualität

+ Hervorragende JPEG-Farboptionen

+ Direkte Steuerung für ein ansprechendes Aufnahmeerlebnis

+ Sehr solide Verarbeitungsqualität

+ Der Joystick vereinfacht die Benutzung

+ Verbesserter Autofokus, insbesondere in Bezug auf die Nachführung

+ Dreifach klappbares Display 

+ Zwei Kartensteckplätze

+ Beeindruckende 4K-Videoqualität

+ Einfaches und effektives Wi-Fi-System für die Bildübertragung

+ USB 3.0 für schnelle Bild- und Videoübertragung

+ Komfortable USB-Ladung 

 

Nachteile

 

- Die volle AF-Funktion der Kamera funktioniert nur mit guten Objektiven 

- Die Objektverfolgung ist zwar gut, aber nicht ausreichend zuverlässig für professionellen Einsatz

- Die AF-Leistung sinkt deutlich bei schlechten Lichtverhältnissen

- Der Phasenerkennungsbereich ist nach heutigen Maßstäben etwas klein

- Eingeschränkte Steuerung des Autofokus im Videomodus

- Für erweiterte Videoclips und Audioüberwachung ist ein Batteriegriff erforderlich