OLYMPUS OMD E-M10


Markteinführung Februar 2014 

Verfügbar bis 2. Quartal 2018 

Unverb. Preisempfehlung 599,00 €

 

Einleitung

 

Das E-M10 fühlt sich eher wie ein OMD-Modell der dritten Generation an als wie ein Low-End-Modell seiner beiden Brüder. Sie hat viele Funktionen der E-M5 und E-M1 übernommen und präsentiert diese in einem etwas kleineren, leichteren Paket. Die Tasten sind leichter zu drücken als bei den E-M5, und trotz einiger kleinerer Griffe an den Bedienelementen der oberen Platte ist der E-M10 insgesamt besser zu bedienen als sein Geschwisterkind. Der einzige entscheidende Unterschied zwischen den beiden ist die fehlende Wetterbeständigkeit des E-M10, und das dürfte für viele potenzielle Besitzer kein großer Nachteil sein. Es schadet auch nicht, dass das E-M10 bei der Einführung billiger ist als die beiden vorhergehenden OMD Modelle. 

 

Über das Angebot von Olympus hinaus nimmt das E-M10 einen vorderen Platz bei den spiegellosen Kameras ein. Dabei platziert sie sich in der Nähe der Nikon D5300, Fujifilm X-M1 und Sony a6000. In dieser Kategorie bietet sie einen etwas kleineren Four Thirds-Sensor mit 16 Megapixeln, wobei die 24 Megapixel der D5300 und der a6000 die Waage am anderen Ende der Klasse kippen. Der Fujifilm X-M1 bietet keinen eingebauten EVF, verfügt aber über eine der besten hohen ISO-Bildqualitäten in der spiegellosen Klasse. 

 

Der E-M10 steht in einem intensiven Wettbewerb. Die Wahl einer Einsteiger-DSLR wie der D5300 bringt mehr Auflösung und eine etwas bessere Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen, aber die E-M10 hält die Lücke in der Bildqualität beeindruckend klein in Bezug auf Dynamikumfang und Rauschen. 

 

Ein weiterer potenzieller Vorteil des E-M10 ist die Objektivauswahl im MFT-Segment. Sie verfügt damit über eine beeindruckende Auswahl an Objektiven, die auf das Sensorformat abgestimmt und von denen viele vergleichsweise preiswert sind. Eine Reihe von schnellen Festbrennweiten, darunter das 45 mm F1.8, das 25 mm F1.8 oder das Panasonic 20 mm F1.7, tragen wesentlich dazu bei, einige der Nachteile eines kleineren Sensors auszugleichen.

 

Handling

 

In der oberen Einstiegsebene bietet der E-M10 ein beeindruckendes Maß an direkter Steuerung. Doppelte Befehlsskalen und zwei anpassbare Funktionstasten sind nur die Spitze des Eisbergs - in echter Olympus-Manier kann fast jede Taste oder jede Darstellung der Kamera angepasst werden. 

 

Es gibt auch hier und da eine Reihe kleinerer Funktionen, die die Bedienung des E-M10 angenehmer machen. Der Nachteil ist, dass die vollumfängliche und intuitive Bedienung der Kamera schnell kompliziert wird. 

Wer die Kamera einmal auf seine Bedürfnisse eingestellt hat, wird das große Hauptmenü nur noch in Ausnahmefällen benutzen. Olympus bietet zum Einstellung der wichtigsten Aufnahmeparameter das sogenannte Super Control Panel an, welches schnell zu erreichen und einfach zu bedienen ist. 

 

Bildqualität

 

Mit dem gleichen Sensor  wie die Geschwister E-M5 und E-M1 ist es nicht verwunderlich, dass der E-M10 in der Lage ist, sehr schöne Bilder zu erzeugen. Die standardmäßige JPEG-Schärfung ist etwas stark, und um ISO 3200 kommt die Rauschunterdrückung an ihre Grenzen und verschlechtert die Details. Bei gutem Licht und niedrigem bis mittlerem ISO-Wert erzeugt der E-M10 aber sehr angenehme, scharfe und saubere JPEGs, die mit der Leistung von DSLRs der Einstiegsklasse konkurrieren können. 

 

Mit zunehmendem ISO-Aufstieg und nachlassender Lichtintensität setzt der E-M10 einen leichten Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern mit immer größeren und höher auflösenden Sensoren um. Die Rohdateien von Olympus bieten viel Spielraum für die Nachbearbeitung, was die Lücke ein wenig schließt. 

 

Meinung

 

Die E-M10 ist wirklich eine beeindruckende kleine Kamera. Sie behauptet sich in Bezug auf Bildqualität und Handhabung gegenüber Einsteiger-DSLRs und übertrifft sie alle in Bezug auf die Kontrolle und Individualisierbarkeit. Über die Kernkompetenzen hinaus bietet das E-M10 eine Fülle von Extras: 

  • Wi-Fi, das es einfach macht, Bilder mit Ihren Freunden zu teilen, 
  • Zeitraffer bei der Videokreation, 
  • Zeitbelichtungsmodus mit Live-Updates zur Beurteilung des Fortschritts, 
  • Multi Exposure-Modus, 
  • Art Filter und 
  • Eines der umfassendsten kamerainternen Raw-Wiederverarbeitungssysteme. 

Es ist schwer vorstellbar, dass viele Menschen all diese Funktionen nutzen (und sicherlich werden viele von gar keine davon verwenden), aber man muss sich nur an eine Funktion klammern, um die Kamera unentbehrlich zu machen.

 

Die gute E-M5 bleibt eine wirklich beeindruckende Kamera, aber die verbesserte Haptik des Steuerungslayouts der neuen E-M10 und weitere Ergänzungen wie Wi-Fi lassen diese Kamera eher wie einen nicht wetterfesten E-M5-Ersatz und nicht wie ein Low-End-Modell erscheinen. Wer an dieser Stelle über den E-M5 nachdenkt, sollte sich den E-M10 genau ansehen - wenn eine Wetterabdichtung nicht unbedingt notwendig ist, bieten die E-M10 deutlich mehr. 

 

Für einige mag es sich lohnen, größere Kameras mit größeren Sensoren zu kaufen, aber es gibt viele Fotografen, die die E-M10 in vielerlei Hinsicht als besser geeignet empfinden würden, insbesondere diejenigen, die bereit sind, etwas Zeit in die Suche nach Menüs zu investieren.

 

Vorteile

 

+ E-M5 Bildqualität in kleinerem, leichterem Gehäuse

+ Wasserwaage über zwei Achsen

+ Stabilisator im Gehäuse, der mit allen Objektiven funktioniert

+ Zwei Bedienräder und individuell anpassbare Tasten

+ Wi-Fi-Konnektivität

+ Fernsteuerung über Mobilgerät 

+ Schwenkbaren Display, nützlich für Video- und Stativarbeiten

+ Verarbeitung von Raw-Dateien

+ Kamerainterne Sonderfunktionen für kreative Experimente, einschließlich Live-Composite und Art-Filter

+ Sehr schneller Autofokus

+ Allgemein hohe Reaktionsfähigkeit                                                                             

+ Built-in EVF

+ Touch-Display bietet eine nützliche Kontrolle über AF und Einstellungen

+ Eingebautes Blitzgerät

 

Nachteile

 

- Bildrauschen in JPEG ab ISO 3200 störend

- Nur mittelmäßige Videoqualität mit etwas weichen Details

- Keine Kombination aus Histogramm, Hell-/Dunkelwarnungen usw. im gleichen Anzeigemodus

- Nur flacher Handgriff, aber mit original Zubehörgriff deutlich verbesserbar

- Schlecht platzierter Ein-/Ausschalter

- Der Kartenschacht auf der Unterseite wird durch eine Stativplatte blockiert